Eisenbahn Förderverein
Westsachsen Ostthüringen
EFWO "Friedrich List" e. V.

Stillgelegt ist schlecht gefahren / Strecke Werdau - Wünschendorf (Werdauer Waldeisenbahn)

Eisenbahnstrecke Werdau/West - Wünschendorf/Elster

Dieses Streckenbild zeigt die nicht mehr vorhandene Anbindung Werdau/West - Werdau Hbf., sowie die seit 1997 eingestellte Eisenbahnstrecke Neumark - Greiz, welche mit dem Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale teilweise demontiert wurde.

Mit dem Wegfall dieser beiden erwähnten Streckenabschnitte entstand eine wesentliche Lücke im flächendeckenden Eisenbahnnetz zum Nachteil der Bahnkunden und der Umwelt.

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Zur Werdauer Waldeisenbahn gibt es anzumerken, dass die Akzeptanz dieser im volksmundigen Sprachgebrauch anerkannten Namensgebung die Wichtigkeit des Werdauer Waldes behauptet. Das war nicht immer so. Andere Prioritäten waren in den sechziger und siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhundert´s entscheidend sodass es zum Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Sachsen und Thüringen kam.

Die Eisenbahnverbindung wurde im Angesicht der damaligen „Großen Depression“ für die Wirtschaftsentwicklung welche in Deutschland herrschte erbaut. Am 28./29.August 1876 wurde der Eisenbahnbetrieb vorrangig für den Transport der Zwickauer Steinkohle sowie anderer wichtiger Rohstoffe aufgenommen. Die Prioritäten für den Güterverkehr änderten sich mehrfach im Verlauf der Geschichte. Die Deutsch- Sowjetische Aktiengesellschaft (DSAG) „Wismut“ zog die Bedeutung der Eisenbahnverbindung zu DDR Zeiten auf den Transport von Uran angereicherten Erzen. Der Nahgüterverkehr wurde durch die Förderung des Eisenbahnwesens in der Fläche recht umfangreich auf der Werdauer Waldeisenbahn bedient. Holz, Schrott, Düngemittel und sonstige Güter wurden über diese Strecke verbracht. In der Zeit nach 1990 im „wieder vereinten“ Deutschland verkehrten noch schwere Durchgangsgüterzüge zwischen Dresden und Saalfeld über die Werdauer Waldeisenbahn bis 1997.

Der Reiseverkehr war vom Anfang bis zum Ende der betriebsfähigen Vorhaltung der Strecke ein wesentlicher Bestandteil. Das Reiseverkehrsangebot oder im neuerlichen Sprachgebrauch Angebot im Schienenpersonennahverkehr genannt schwankte zwischen den Indikatoren Reiseverkehr, Berufsverkehr und Ausflugsverkehr. In den Letzten Jahren vor der Betriebseinstellung wurde das Reiseangebot derart ausgedünnt, dass selbst die noch verkehrenden Züge aufgrund ihrer unangemessenen Fahrplanlage kaum genutzt wurden. An Sonntagen wurde im Fahrplanjahr 1998/99 Beispielsweise gar keine Reisezugverbindung mehr angeboten und somit das Auto favorisiert.

Am 29.Mai 1999 wurde der Eisenbahnbetrieb durch die Deutsche Bahn AG eingestellt. Somit trat das Stilllegungsverfahren für die Strecke Werdau – Wünschendorf/Elster in Kraft welches im Jahr 2000 vollzogen wurde.

Durch Initiativen und Aktionismus des Eisenbahnförderverein EFWO „Friedrich List“ e.V. und dem Deutschen Bahnkunden-Verband DBV e.V. war es möglich, das die Eisenbahnstrecke Werdau/West – Wünschendorf/Elster durch das Eisenbahninfrastrukturunternehmen die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH für die zukünftige Wiederentwicklung und Belebung dieser Eisenbahninfrastruktur übernommen wurde. Somit konnte die Entwidmung der Strecke verhindert werden.

In derzeitiger Vorhaltung ist diese Eisenbahnverbindung nach 130 Jahren ein unterbrochenes, geteiltes Streckennetz der einst gesamten Eisenbahnstrecke zwischen Werdau, Wünschendorf/Elster, Weida und Mehlteuer. Der Streckenabschnitt Mehlteuer – Weida wird als eigenständige Eisenbahnstrecke betrieben. Auf dem Streckenabschnitt Weida – Wünschendorf/Elster wurde 1997 der Eisenbahnbetrieb eingestellt. Die notwendige Eisenbahninfrastruktur hierzu existiert leider nicht mehr.

Beim Streckenabschnitt Wünschendorf/Elster – Werdau/West handelt es sich um das weiter zu entwickelnde Zukunftsmodel „Werdauer Waldeisenbahn“. Dieser Streckenabschnitt wird durch den Eisenbahnförderverein EFWO „Friedrich List“ e.V. seit dem Jahr 2007 schrittweise wieder ertüchtigt. So kann sich bereits ein Teilabschnitt der Werdauer Waldeisenbahn wieder sehen lassen.

Der Streckenabschnitt Werdau/West – Werdau ist seit 2003 durch eine Straßenbaustelle unterbrochen. Hier gibt es Bemühungen eine Variante zu finden um Schienen- und Straßenverkehrsweg mit einen Kreuzungsbauwerk zu versehen um den durchgängigen Schienenverkehr wieder möglich zu machen.